Kreative Familienzeit im Alltag – 5 Ideen, die sich leicht umsetzen lassen
Es braucht oft gar nicht viel, um im Alltag kleine besondere Momente mit Kindern zu schaffen. Zwischen Terminen, To-do-Listen und all den Dingen, die einfach erledigt werden müssen, geht die gemeinsame Zeit manchmal einfach unter. Dabei brauchen viele Ideen gar nicht so viel Zeit. Und es sind oft genau diese kleinen Augenblicke, die später in Erinnerung bleiben.
Wir glauben, dass kreative Familienzeit nicht kompliziert sein muss. Sie darf leicht sein, spontan entstehen und vor allem Freude machen.
Im Folgenden haben wir ein paar Ideen gesammelt, die sich ganz unkompliziert in euren Alltag integrieren lassen.
1. Gemeinsam Geschichten erfinden
Eine besonders schöne Möglichkeit, miteinander kreativ zu sein, ist das gemeinsame Geschichtenerfinden. Ihr könnt einfach mit einem Satz beginnen – zum Beispiel: „Es war einmal ein kleiner Drache, der …“ – und dann reihum weiter erzählen.
Was dabei entsteht, ist jedes Mal einzigartig. Kinder bringen ihre eigenen Ideen ein, Erwachsene ergänzen, und gemeinsam entwickelt sich eine Geschichte, die oft überraschend, lustig oder auch ein bisschen chaotisch wird – genau das macht den Reiz aus.
Unser Favorit: Malgeschichten
Meine Kinder lieben Malgeschichten! Das geht ganz einfach: Man malt abwechselnd auf ein großes Blatt Papier einfach eine Kleinigkeit als Strichzeichnung. Nicht perfekt. Schnell und einfach, wie beim Montagsmaler.
Zum Beispiel: "Es war einmal eine kleine Blume." (und man malt eine Blume)
Dann ist der nächste dran. Der malt eine Biene zur Blume. "Eine Biene kam vorbei und wollte davon naschen."
Dann wieder der nächste: "Sie trank den leckeren Nektar und musste dann ganz schön dolle Pipi" (und man malt gelbe Tropfen hin).
Das finden Kinder urkomisch! Am besten man ist dabei richtig albern. Baut ein paar Unfälle ein und Leute, die hinfallen – typischer Kinderhumor eben – dann ist das gemeinsame Gelächter garantiert.
2. Einfach mal losmalen
Ich weiß. Das leere Blatt hemmt und manchmal findet man einfach keinen Anfang. "Einfach" mal losmalen ist gar nicht so einfach.
Oft helfen dann Vorlagen, die man abzeichnen kann und die man kreativ erweitert. Man beginnt mit einer Delfin-Malvorlage und erweitert das kreativ mit einer ganzen Unterwasserwelt.
Oder man schneidet ein Stück aus einer Zeitschrift aus und malt drumherum weiter.
Oder malt Zahlen aufs Papier und schaut, was man daraus entstehen lassen kann. Die 3 wird zum Hasen und die 2 zum Schwan. Was fällt euch noch ein?
Nicht jede kreative Zeit braucht eine genaue Anleitung oder ein konkretes Ziel. Manchmal ist es gerade das freie Malen, das den größten Raum für Fantasie öffnet.
Die fertigen Kunstwerke müssen übrigens dann nicht im Müll landen. Ihr könnt sie zum Beispiel zu Lesezeichen verarbeiten. Dazu schneidet ihr euer Kunstwerk auf Lesezeichengröße aus und klebt auf die Rückseite buntes Tonpapier. Jetzt nur noch oben lochen und einen bunten Faden durchfädeln – fertig ist das Lesezeichen.
Kinderkunstwerke können prima zu Lesezeichen verarbeitet werden: Hier die Ergebnisse aus einem spontanen Malnachmittag mit Aquarell-Farben.
3. Kleine Welten mit dem, was man Zuhause hat
Oft braucht es gar kein spezielles Spielzeug, um kreative Spielmomente zu schaffen. Vieles entsteht aus dem, was ohnehin da ist.
Ein paar einfache Beispiele:
- Decken werden zu Höhlen oder Zelten, mit Taschenlampe ausgestattet lässt sich darin super Geschichten vorlesen oder einfach kuscheln
- Kissen verwandeln sich in Inseln. Ein Rollbrett ist das Schiff und auf den Inseln sind Schätze versteckt (z.B. Zettelchen mit kleinen Ausmalbildern oder Rätseln)
- Kuscheltier-Geburtstag: Warum muss man eigentlich warten, bis jemand aus der Familie Geburtstag hat? Feiert einfach den eines Kuscheltiers. Für Kuchen findet man doch immer gute Gründe :)
- Stühle und Tische werden Teil eines kleinen Hindernisparcours – powert super aus, wenns draußen regnet und das Zappeln aus den Beinen raus muss.
Kinder bringen dabei häufig ihre ganz eigenen Ideen ein und oft findet man sich nach 10 Minuten in einem ganz anderen Spiel wieder, als man zuvor angefangen hat.
4. Geschichten gemeinsam erleben
Vorlesen ist etwas Wunderschönes - und vor allem dauert es nicht lange und kann super im Alltag integriert werden. Wer noch eins draufsetzen mag, kann Geschichten noch lebendiger machen: Wenn man Geschichten gemeinsam „erlebt“ statt sie nur zu hören.
Ihr könnt zum Beispiel:
- Figuren mit unterschiedlichen Stimmen sprechen lassen
- Geräusche nachmachen
- kleine Bewegungen oder Gesten einbauen
- oder während des Lesens immer wieder kurze Fragen stellen
So entsteht ein gemeinsamer Moment, in dem Kinder nicht nur zuhören, sondern aktiv mitgehen und Teil der Geschichte werden.
Wer da mehr an die Hand genommen werden möchte, kann auch Kamishibai-Geschichten nutzen. Sie haben große Bilder für den Zuhörer und einen Extratext mit Interaktionen für den Erzähler. Besonders viel Interaktion, mit kleinen Schnitzeljagden, Entscheidungen und Rätseln haben unsere Geschichten – du findest sie hier.
5. Straßenkreide bietet unendliche, kreative Möglichkeiten
Oldscool, aber funktioniert einfach immer noch. Malt mit Kreide Straßen auf den Boden und lasst die Kinder mit Inlinern, Rollern oder dem Fahrrad hindurchfahren. Für ältere Kinder können auch Straßenschilder das Spiel noch spannender machen.
Ihr könnt das Ganze wunderbar erweitern, indem ihr kleine kreative Welten entstehen lasst: Malt zum Beispiel eine Post, verteilt „Briefe“ (bei uns sind das oft kleine Steine), richtet eine Tankstelle ein (ein Stock dient als Zapfhahn), oder macht eine Bäckerei, in der sich alle mit einer kleinen „Stärkung“ versorgen – etwa einem Salzbrezelchen. Auch eine Gärtnerei, ein Krankenhaus oder ein Kindergarten lassen sich schnell dazu denken und ins Spiel integrieren.
Und wenn alles aufgebaut ist, bleibt am Ende nur noch: den Kindern beim Spielen zusehen.
Ein Kind legt sich hin, du malst mit Kreide einmal drumherum. Kennt ihr's noch aus der eigenen Kindheit?
Extra-Tipp: Kleine Rituale für kreative Momente
Kreativität muss nicht immer spontan entstehen – sie darf auch ihren festen Platz im Alltag haben.
Solche kleinen Rituale können zum Beispiel sein:
- ein täglicher kurzer Malmoment – bei uns funktioniert der super zum Runterkommen nach dem Kindergarten oder der Schule. Am allerbesten mit Mandalas. Da gibt es mittlerweile nicht nur langweilige Kreise, es gibt auch wunderschöne Mandala-Tiere.
- ein fester kreativer Nachmittag in der Woche – an manchen Schulen werden Kreativ-AGs angeboten, es gibt auch VHS-Kurse für kreative Kinder. Oder man macht das einfach selbst mit den Kids zuhause. Das fördert nicht nur die Kreativität, sondern übt auch die Feinmotorik: Pinsel richtig halten, Faden in die Nadel einfädeln, genau Schneiden, ...
- ein wiederkehrendes Spiel am Abend. Natürlich kein lautes, aber es gibt tolle Kartenspiele für Kids, die gemeinsame Familienzeit ermäglichen, ohne anstrengend zu sein und zu viel Zeit zu fressen. Unsere Favoriten sind Uno, Mau-Mau, "Schwimmen" und Skip-Bo.
Diese kleinen Gewohnheiten geben Struktur, ohne starr zu sein, und schaffen Verlässlichkeit im Alltag. Gleichzeitig werden sie oft zu Momenten, auf die sich alle freuen.
Mandalas reduzieren Stress, perfekt zum Runterkommen nach dem Kindergarten - tolle Tier-Motive gibt's im hoppipolla Shop.
Fazit
Am Ende geht es nicht darum, etwas besonders Außergewöhnliches zu machen oder perfekte Ergebnisse zu erzielen. Viel wichtiger ist die Zeit, die ihr miteinander verbringt, und die Aufmerksamkeit, die ihr euch gegenseitig schenkt.
Denn genau aus diesen kleinen, oft unscheinbaren Momenten entstehen Erinnerungen, die bleiben :)
Wir sind hoppipolla - Wir lieben die gemeinsame Kreativzeit mit Kindern!
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